PROJEKTE

NEUES PROJEKT!

Der König und die Heiligen : Karolingische Gebete und Lobgesänge

Um sein grosses Reich politisch und kulturell zusammenzuhalten, befiehlt der karolingische Herrscher Karl der Grosse (ca. 747-814), in seinem gesamten Herrschaftsgebiet administrative Praktiken und verschiedenste kulturelle Elemente zu vereinheitlichen. Dazu gehört der Kirchenkanon, und damit auch die liturgischen Gesänge. Eine schwierige Aufgabe in einer Zeit, in der Musiknotation noch nicht oder nur ansatzweise besteht und musikalisches Wissen und Können fast ausschliesslich in einer mündlichen Tradition weitergegeben wird. Wie uns Quellen überliefern, gelingt es trotz mehrerer Versuche nicht, den „echten, römischen“ Gesang in das Gebiet nördlich der Alpen zu importieren und die Gesangspraktiken der verschiedenen Kulturen zu vereinheitlichen.

 

Bei dem Unterfangen (und wohl auch dem Widerstand dagegen) kommt es jedoch zu interessanten Entwicklungen in der Musik des 8. bis 10. Jahrhunderts: Neue musikalische Notationen und kompositorische Formen (wie Tropen und Sequenzen) kommen auf, während traditionelle Formen wie Kirchenchoräle, Hymnen und Litanien beibehalten, aber manchmal adaptiert werden. Einige Stücke in den gesprochenen Sprachen (wie Altfranzösisch und Althochdeutsch) werden aufgeschrieben und sind uns so erhalten, einige werden ins Lateinische übersetzt. Ein Theorietraktat und ein paar frühe Musikmanuskripte geben Aufschluss über die frühesten bekannten Improvisations-Praktiken für zweistimmige Musik in Europa. 

Moirais neues Konzertprogramm "Der König und die Heiligen" lässt eine hypnotische Litanie erklingen, die alle Heiligen dazu aufruft, den König zu schützen und ihm Sieg zu bringen. Das Publikum hört ein Lied, das Karl den Grossen und seinen Hofstaat preist. Dazu kommen viele Sequenzen, die meisten davon aus dem Umfeld des Klosters in St. Gallen, das ein wichtiges kulturelles Zentrum war. Die Legenden vieler Heiligen werden in diesen Liedern vorgestellt, zumeist in Latein, aber es wird auch in Altfranzösisch und Althochdeutsch gesungen. Im Programm kommen Stücke, die Moirai aus Neumenhandschriften rekonstruiert, zusammen mit Rekonstruktionen von Stücken, die ohne Notation überliefert sind. Es erklingen früheste zweistimmige Gesänge und die instrumentalen Ursprünge der Sequenzmelodien werden erforscht. All dies soll dem Publikum die musikalische Vielfalt der "karolingischen Renaissance" präsentieren.

Das Konzert dauert, je nach Zusammenstellung der Stücke, zwischen 50 und 80 Minuten. Mehr Informationen (Download).

Musikerinnen:
Manuela Coelho Lopes : Gesang

Stef Conner : Gesang

Mara Winter : Flöten, Gesang

Hanna Marti : Gesang, Harfen

Aktuell:

Verfluchtes Gold, verwobenes Schicksal:

Gesänge und Sagen von Heldinnen

in nordischen Legenden des Mittelalters

 

Moirais erstes Projekt und Debut-Programm behandelt die altnordischen Gesänge, die im 13. Jahrhundert im isländischen Manuskript Codex Regius aufgeschrieben wurden. Die spannenden Legenden von Sigurð, Brynhild, Guðrún und Atli erzählen vom Sieg über den Drachen Fafnir, von einem verfluchten Schatz aus rotem Gold, von Intrigen am Hof der Burgunden, von einer rachsüchtigen Walküre und von drei Königen, denen in den Hallen Atlis ein grausames Schicksal widerfährt.

Es erklingen selten gehörte Instrumente wie die frühmittelalterliche Leier, Knochenflöten und die skandinavische 

seljefløyte, eine nordische Obertonflöte, alles Instrumente, die im Norden Europas im Mittelalter bekannt waren. 

 

Die Gesänge sind in altnordisch und richten sich nach dem Text des Codex Regius. Dazu werden Übertitel, wenn möglich in der Landessprache des Konzertortes, projiziert. 

 

Das volle Programm (ca. 80 Min) besteht aus folgenden Stücken:

 

Grípisspá – Grípirs Prophezeiung

Sigrdrífumál – Sigrdrífa erwacht

Instrumentalstück: basiert auf einer traditionellen isländischen Rímur-Melodie

Sigurðarkviða in skamma – Der Tod von Sigurð und Brynhild

Guðrúnarkviða – Guðrúns Lied

Instrumentalstück, gespielt auf einer seljefløyte

Helreið Brynhildar – Brynhilds Reise zur Hel

Instrumentalstück, basiert auf verschiedenen Rímur-Melodien 

Atlakviða – Atlis Lied

Oddrúnarkviða – Oddrúns Lied

 

Musikerinnen:

Hanna Marti: Gesang, Leier

Mara Winter: Flöten, Gesang

Last update: May 2019. Site created by Hanna Marti and Mara Winter